Mawla

Mawla (arabisch مولى maula, DMG maulā) ist ein arabischer Begriff, der im Laufe der Epochen verschiedene Bedeutungswandel durchgemacht hat und in verschiedenen Bereichen zur Anwendung kam. Linguistisch ist maulā das Verbalsubstantiv (Masdar) des Verbs waliya und bedeutet so viel wie ‚etwas oder jemandem nahe sein‘, im eigentlichen Sinne jedoch ‚Macht innehaben, Macht ausüben‘.

Bedeutung im Koran und der Tradition

„Dies deshalb, weil Allah der Schutzherr (maulaa) derer ist, die glauben, und weil die Ungläubigen keinen Schutzherrn haben.“

Übersetzung nach Rudi Paret, Sure 47 Vers 11

„Allah verlangt von niemandem mehr, als er (zu leisten) vermag. Jedem kommt (dereinst) zugute, was er (im Erdenleben an guten Taten) begangen hat, und (jedem kommt) auf sein Schuldkonto, was er sich (an bösen Taten) geleistet hat. Herr! Belange uns nicht, wenn wir vergeßlich waren oder uns versehen haben! Herr! Lad uns nicht eine drückende Verpflichtung (isr) auf, wie du sie denen aufgeladen hast, die vor uns lebten! Herr! Belaste uns nicht mit etwas, wozu wir keine Kraft haben! Verzeih uns, vergib uns und erbarm dich unser! Du bist unser Schutzherr (maulaa). Hilf uns gegen das Volk der Ungläubigen!“

Übersetzung nach Rudi Paret, Sure 2 Vers 286

In der schiitischen Tradition hat mawla wieder eine ganz andere Bedeutung, dort wird Ali ibn Abi Talib von Mohammed selbst als Wali bezeichnet.

Im koranischen Kontext hat es dieselbe Bedeutung wie sayyed und bezieht sich auf Allah. Aus diesem Grund war es muslimischen Sklaven nicht erlaubt, ihre Herren mit ‚Mawlana‘ (unser Herr) anzusprechen. Trotzdem fand der Begriff in der Tradition häufig Eingang als ‚Herr eines Sklaven‘.

Weitere Bedeutungen

Im juristischen Kontext hat mawla (die Vernetzung oder Verbindung einer Person mit einer anderen durch walāʾ) unterschiedliche Bedeutungen, je nach Kontext.

Durch Änderung des Suffix ergeben sich regional unterschiedliche Bedeutungen.

Siehe auch

Literatur